León

Neben günstiger Zahnentfernung hat León allerdings noch mehr zu bieten, u.a. 13 Kirchen, Kunstausstellungen, Museen, eine Universität, unzählige Snack-, Obst- und Krimskrams-Stände sowie das tolle Ambiente einer bewohnten Kolonialstadt.

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Das Umland mit Pazifikküste und Vulkanen lädt zum Erkunden ein. Und da wir schon viel zu lange keinen Vulkan mehr bestiegen haben, nehmen wir uns gleich den Cerro Negro vor. Nach ca. 1,5 h Pick-Up-Fahrt mit einer Horde amerikanischer Teenager (wir sind die “Oppies” der Tour-Gruppe) erreichen wir den Fuß des Vulkans, der wie ein riesiger Haufen Grillkohle ausschaut. 1999 zuletzt ausgebrochen, ist er auch tatsächlich mit schwarzen Lavabrocken, Steinen und Geröll übersäht. Gemeinsam klettern wir den Vulkan hinauf und in den Krater hinein, welcher wüst ausschaut und ordentlich nach Schwefel stinkt. Den Vulkan hinunter geht’s mit ‘Vulcanoboards’ (Holzplatte mit Metall- und Plastikbeschichtung) und in schicke Schutzanzüge gehüllt.

cerronegro schutzanzug abstieg

Trotz der Vorsichtsmaßnahmen finden wir noch tagelang schwarzen Staub in Ohren und Nase….

dreckwatz

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Der Hobbit, der Bus und der gezogene Zahn

Die Anreise nach Nicaragua war etwas kompliziert. Im Osten Guatemalas waren wir reisetechnisch etwas ins Abseits geraten. Die einzigen Möglichkeiten einer komfortablen und möglichst direkten Reise nach Nicaragua haben Guatemalas Hauptstadt oder die hondurische (oder wie das heißt) Handelsstadt San Pedro Sula als Startpunkt. Also haben wir die vermeintlich schnellste Option gewählt und sind nach San Pedro Sula gehfahren. Leider waren die Bustickets (Ticabus) ausverkauft und wir mussten statt einer Nacht zwei Nächte im hässlichen San Pedro Sula verbringen. Jetzt haben wir wenigstens den Hobbit in 3D gesehen…

Der Grenzübergang war unkompliziert. Ticabusmitarbeiter sammeln die Reisepässe und die 15 US-Dollar Einreisegebühr ein und erledigen den Rest. Fast. Man muss nur die Taschen durch den Zoll schleppen, wo unzählige Kinder ihr Unwesen treiben und ihre Koffertragedienste anbieten. Außerdem bringen hübsche Obsthändlerinnen ihre Ware unter hauptsächlich männliche Kundschaft. Auf dem Weg vom Grenzübergang Richtung Hauptstadt wird man vom dampfenden Vulkan San Cristóbal begrüßt. Wir sind dann frühzeitig in der Stadt León (an der Straße die an León vorbeiführt) ausgestiegen, um uns die Strapazen der Hauptstadt Managua zu ersparen.

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Bei einem ersten Streifzug durch León ist uns gleich aufgefallen, dass die zahnmedizinische Versorgung bestens ist. Das Angebot vorm Eingang des Supermarktes lautet sinngemäß: “Hast Du Schmerzen? Willst Du Dir nen Zahn rausreißen lassen, aber hast kein Geld? Ruf mich an und für 30 Cordoba lös ich Dein Problem.” Schön! Zähne ziehen zum Preis eines Bieres (1 Euro) in der Kneipe 🙂

zahnhilfe

Wieder in Guatemala

Wieder zurück in Guatemala haben wir uns die beiden Orte Lívingston und Río Dulce vorgenommen. Ersteres ist ein sehr entspanntes, kleines Garífuna-Küstenstädtchen. Viel zu tun gibt es dort nicht: Man kann einen siebenstufigen Wasserfall besuchen, zum Strand gehen, oder den Fluss Río Dulce entlang zum gleichnamigen Ort fahren. Wir haben zunächst den Wasserfall besucht. Ein Guide (der am Vorabend unser Kellner war) hat uns für 75 Quetzal pro Person (7,50 Euro) den Weg gezeigt. Auf den Führer kann man getrost verzichten: Er ist nicht besonders gesprächig ist und wenn man einfach nur zwei Stunden den vermüllten Strand entlang läuft kommt man automatisch ans Ziel. Belohnt wird man mit schönen Eindrücken und einer netten Abkühlung. Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine ‘Seekuh’ gesehen, die, verfolgt von zwei Cowboys, den Weg zum Schlachter im Meer zurückgelegt hat.

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Mit dem Boot ging’s am nächsten Tag nach Río Dulce, wo wir bei netten Schweizern im Sumpf übernachtet haben. Anschließend sind wir mit einen kurzen Zwischenstopp in Honduras (San Pedro Sula) nach Nicaragua gefahren.

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In der Nussschale über die Grenze

Wir haben beschlossen, unsere Reisegeschwindigkeit ein wenig zu erhöhen, und da es im Hippie-Dorf Hopkins (Belize) ja sowieso nur regnete, von Sandflies wimmelte und die New Yorkerin, bei der wir untergekommen waren, ein bisschen verrückt, von früheren Drogenexperimenten gezeichnet und im Rede-Flash gefangen war, sind wir nach zwei Tagen weiter. Auf der Busfahrt nach Punta Gorda (PG) am Südzipfel Belizes erfuhren wir vom Ticketverkäufer, dass täglich Boote zwischen PG und Lívingston (Guatemala) verkehren. Umso besser, dachten wir uns, dann fahren wir doch gleich zurück in unser bisheriges Lieblingsland.

In PG angekommen sind wir direkt zur Emigratiosstelle gelaufen und haben unterwegs praktischerweise den Menschen im ‘mobile Office’ (sein gammeliger PKW) getroffen, der die Tickets für die Überfahrt nach Guatemala verkaufen konnte. Leider hatten wir nicht mehr genug Dollar für die Ausreisegebühr und das Boot sollte in 30 min ablegen. Ok, 29 min Zeit für Bankomat, Emigration und Ticketkauf – hört sich knapp an, war aber mit dickem Zeitpuffer machbar. Das Bild zeigt übrigens unsere Nussschale und ich musste grade nießen und schreie nicht etwa den ersten Offizier an…

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Eine knappe Stunde später sind wir bei besserem Wetter in Lívingston angekommen, ordnungsgemäß immigriert und gönnen uns ein Bierchen.

Go Slow

Von Silvester (übrigens unserem wohl kürzesten Silvester überhaupt) bis zum 7. Januar waren wir im Hessen-großen Belize und haben uns ein zweites Mal von der karibischen See bezaubern lassen.

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Die ersten Tage verbrachten wir auf Caye Caulker, einer kleinen Koralleninsel am zweitgrößten Barrier-Reef der Welt. Die Leute sind hier freundlich, dauerbekifft  und dementsprechend ultra-entspannt. Ein Großteil der hier lebenden Bevölkerung sind sogenannte Garifuna. Beim Versuch, ihren Unterhaltungen zu folgen, versteht man oftmals nur die deftigen englischsprachigen Wörter, die sie gerne zu verwenden scheinen. Neben Rum Trinken, Fisch Essen und langsam über die Insel Schlendern kann man hier besonders gut (und kostspielig) die Unterwasserwelt erkunden. Wir haben die unsrer Meinung nach schönste Variante gewählt:

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Mit einem Segelboot sind wir zum Riff gefahren und haben es erschnorchelt. Unsere Begleiter waren handzahme Stachelrochen, ein kleiner Ammenhai und ein Schwarm Jackfische, von denen zwei unserem Guide nicht einmal von der Seite wichen. Schildkröten konnten wir übrigens auch beim Grasen beobachten, ganz zu schweigen vom Gewimmel im Korallengarten selbst – WUNDERVOLL!

Eine weitere Besonderheit der Insel muss auf jeden Fall noch genannt werden: Bei der Zubereitung von Spanferkel ist man hier besonders spitzfindig. Ein ausgedientes Lenkrad wird dabei auf eine Stahlwelle montiert, ein wackeliges Metallgestänge dient als Ablage – und fertig ist der Spanferkelgrill. Fehlt nur noch der ‘Fahrer’, der mit dem Gefährt ca. 5 Stunden auf der Stelle rumdüst. Aber der findet sich natürlich auch… Sehr cool, dieser ‘Pigdriver’.

pigdriver

Von Caye Caulker aus ging’s per Chickenbus und Pick-Up nach Hopkins, einem Backpacker-Fischerdorf im Süden Belizes. Das Regenwetter hat dem Erscheinungsbild Hopkins nicht eben gut getan …

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… und obwohl die Garífuna-Dorfbewohner ebenfalls super nett waren, haben wir uns schon nach 2 Tagen auf die Weiterreise nach Lívingston, Guatemala begeben.