El Sauce

Um der Hitze des Tieflands zu entgehen, hatten wir beschlossen das Bergland Nicaraguas zu erkunden. Das Versprechen der “wohl besten Aussicht ganz Nicaraguas” lockte uns ins Städtchen El Sauce. Dazu gleich mehr.

El Sauce selbst ist ein verschlafenes Nest, die Hauptfortbewegungsmittel sind Pferd und Fahrrad und Hauptattraktion ist der Heilige Christo Negro, ein schwarzer Jesus, zu welchem alljährlich in der dritten Januarwoche die katholische Bevölkerung Nicaraguas pilgert und sich neben Danken und Bitten an einer Kirmes erfreut (wie bei uns, nur die Fahrgeschäfte sehen abenteuerlich aus und sind aus dem letzten Jahrhundert).

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So auch, als wir in El Sauce weilten. Beim Herumstreunen lernen wir Leo, einen weltoffenen Dorfbewohner, Poeten, Gitarrenlehrer und Liedermacher kennen. Neben seiner Familie stellte er uns auch seinen Gringo-Freunden aus New York vor, die in Armenvierteln El Sauces Steinhäuser für diejenigen bauen, die zwar Land besitzen, aber aufgrund ihrer Armut in Plastikzelten hausen müssen, was besonders in der Regenzeit hier in Nicaragua kein Spaß ist. Die zugehörige Freiwilligenorganisation heißt 4 Walls und Materialien sowie Gehalt des Baumeisters zur Realisierung der vier Wände kosten rund 2.000 USD. Freiwillige sammeln hierbei die Gelder für den Hausbau ein und haben die Möglichkeit zusammen mit der jeweiligen Familie, deren Freunde und einem lokalen Baumeister das Haus tatsächlich aufzubauen. Das Tolle an der Freiwilligenorganisation ist, dass die Gelder direkt dem jeweiligen Projekt zugutekommen und keine organisatorische Zwischenebene existiert. Zwei solcher Baustellen besichtigen wir mit Leo, schwätzen mit den Gringos und schaufeln und mörteln gleich ein bisschen mit.

plastikhaus-elsauce

Beim Feierabendbier erfahren wir, dass wir gemeinsam mit der Freiwilligengruppe die autarke Kommune Los Altos de Ocotal besuchen, wo es neben ökologischem Kaffeeanbau, Kunsthandwerk aus Piniennadeln auch die beste Aussicht Nicaraguas gibt.

hochland-nicaragua losaltos-so

Dort verbringen wir zwei Tage, lernen alles über die Kaffeeproduktion auf einer der kleinen Farmen, formen und backen Tortillas und dürfen uns im Kunsthandwerk versuchen. Zudem übernachten wir bei einer der Campesino-Familien im Haus, das inmitten eines paradiesischen Gartens steht, und werden rundum mit köstlichem Essen, frischen Früchten aus dem Garten und leckerem Kaffee verwöhnt und klönen beim Aussortieren der erntefrischen Kaffeebohnen.

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