Das ’W’ im Torres del Paine

Vor ein paar Tagen hatten wir ja schon berichtet, dass wir ‘flitzen und schwitzen’ in einem der schönsten Naturparks Südamerikas. Den ausführlichen Bericht wollen wir euch natürlich nicht schuldig bleiben:

Zusammen mit Murielle, die wir in Ushuaia kennengelernt haben, sind wir in Puerto Natales gestartet, haben Zelt, Schlafsäcke, Gaskocher etc. geliehen und Wegzehrung besorgt, um die über 80 km lange ‘W’-Tour in 4 Tagen abzuwandern. Wasser müssen wir keines schleppen, denn in den blitzsauberen Gletscherbächen Patagoniens kann die Flasche regelmäßig nachgefüllt werden. Gleich zu Beginn begegnet uns ein etwas verzweifelter Franzose: Er ist über und über mit Plastiktüten voller Essen behängt, die ständig aufreißen, so dass Ölflaschen, Äpfel, Kartoffeln etc. über den Weg kullern. Ihm helfen wir erst mal beim Umpacken, so dass er nicht eine Essensspur hinter sich herziehen und dann die restlichen Tage hungern muss. Der Frage, warum man bei einer Woche zelten 1 Liter Öl und 0,5 Liter Spülmittel braucht, gehen wir nicht weiter nach.

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Unser erstes Etappenziel sind die Torres del Paine – drei markante Berge, welche dem Park seinen Namen gegeben haben. Abends wird in der an eine Bushaltestelle erinnernden Hütte gekocht (bei uns gibt’s Käsenudeln) und mit anderen Wanderern über Gott und die Welt, insbesondere aber über das Parkgeschehen geklönt. Hier im Campamento Torres lernen wir auch Daniel aus Ecuador kennen. Nun wandern wir zu viert. Die nächste Etappe führt uns vorbei am riesigen Lago Nordenskjöld und der Bergformation Los Cuernos hin zum Campamento Italiano. Da wir frühs zu lang gegammelt haben, müssen wir ganz schön Gas geben, um noch vor Anbruch der Dunkelheit im Campamento anzukommen. Mit glühenden Füßen und todmüde verkriechen wir uns nach dem Abendessen (Pilzrisotto und Choclo-Suppe) in die Schlafsäcke.

Unterwegs sieht man übrigens etliche Warnschilder, die das Verbrennen von Klopapier verbieten. Klingt erst mal seltsam, aber vergangenes Jahr wurden hierdurch Brände ausgelöst, die große Flächen des Parkwaldes vernichteten.

flusstal gefaehrliches-klopapier zweieinhalb-torres unser-zuwachs los-cuernos-nah see-nordenskjoeld

Am nächsten Morgen wandern wir mit leichtem Gepäck zum Mirador Britannico. Unser Zelt samt der großen Rucksäcke nehmen wir später wieder mit. Der Park zeigt sich bei bestem Wetter von seiner schönen Seite und nach einem abwechslungsreichen Aufstieg werden wir mit einem phantastischen Blick ins Tal mit strahlenden Bergen im Rücken belohnt. Lustigerweise laufen uns hier die zwei Deutschen Markus und Matthias über den Weg, die mit uns dreien in Ushuaia das Dorm geteilt haben – kleine Welt… Wieder im Campamento angekommen schultern wir Zelt und Sack und Pack und wandern zum Lago Peohé, unserem dritten Etappenziel.

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Hier schlagen wir unser Lager für zwei Nächte auf. Pünktlich zum Abendessen (Spargelrisotto und Tomatensuppe) geht ein riesengroßer Vollmond auf, der auch eine ordentliche Kälte mitbringt. Nachts haben wir so gefroren, dass wir uns zum Frühstück zusätzlich zum Haferschleim mit einer heißen Suppe aufwärmen müssen. Gegen halb zehn brechen wir zu einen etwas verregneten und sehr windigen Tagesausflug zum Gletscher Grey auf. Im dortigen Campamento angekommen packen wir unseren Gaskocher samt Topf aus und freuen uns auf die heiße Suppe. Allerdings hat keiner an das Suppenpulver gedacht… Spezialisten unter sich 🙂

Wir sind in Fotolaune und lassen uns trotz Regen Zeit beim Heimweg, Daniel aus Ecuador ist schon mal vorgelaufen und auch Murielle überholt uns schließlich. Unterwegs treffen wir ‘unseren’ Franzosen wieder. Er hat es also auch bis hierher geschafft. Tropfnass zurück im Campamento  werden wir mit warmer Nudelsuppe und einem Gläschen Weißwein erwartet in der Kochhütte erwartet – so macht Wandern Spaß 🙂

schispringer gletscher-grey bootsfahrt

Am fünften Tag endet auch schon unsre Tour. Wir gammeln in den Morgen und fahren gegen Mittag bei strahlendem Sonnenschein mit dem Boot zum Parkausgang und von dort mit dem Bus zurück nach Puerto Natales. Schön war’s!

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