Feuer, Eis und ganz viel Bier

Im schönen Pucón beziehen wir dank Nebensaison ein kleines Hüttchen mit Schwedenofen, den die beiden etwas ver- (oder besser ent-)rückt wirkenden Hostal-Damen täglich mit riesigen Holzklötzen befeuern. Kuschelig warm haben wir es also in unsrer Bleibe und draußen ist’s neblig und furchtbar kalt. Im Bus haben wir unsre ‘FitzRoy-Reisegruppe’ bestehend aus Maik, Matt, James und den beiden Israelis (Dafna und Begleiter) wiedergetroffen, Murielle ist schon in Pucón – wir sind wieder komplett. In den nächsten Tagen soll das Wetter besser werden und der dorfeigene Vulkan Villarica besteigbar sein. Einige Reisende warten schon seit Tagen auf diesen Moment, wie wir erfahren. Bis dahin vertreiben Daniel und ich uns die Zeit mit einem Besuch am Lago Caburgua und seinen zwei Ojos.

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Das Wetter lässt sich an unserem ersten Tag schon ganz gut sehen, wir wandern mehrere Stunden am Strand entlang, bewundern Wald und Umgebung und gewinnen gleich zu Beginn zwei neue Freunde, die uns die ganze Zeit begleiten. Beschützen tun sie uns allerdings nicht: begegnen wir großen Schäferhunden, verstecken sie sich hinter uns – na bravo 🙂

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Am Ortsausgang verlassen uns unsre Hunde. Wir kaufen bei einem alten Opa den bisher köstlichsten und günstigsten Käse und laufen zu den ca. 6 km entfernt liegenden Ojos de Caburgua; das sind kleine Wasserfälle mit azurblauen Wasserbecken. Es dauert nicht lange und wir werden von einem neuen Hundepaar auserwählt. Es läuft den ganzen Weg mit uns mit, wartet auf uns und als wir gegen Abend in den Bus nach Pucón steigen, rennen sie sogar dem Bus hinterher – nette Kerlchen. Abends treffen wir uns mit den anderen in ihrem Hostal zur Vulkaneinweisung – morgen ist es also soweit. Wenn das Wetter mitspielt, erreichen wir sogar den Gipfel, was laut Guide nur 60% der Leute gelingt… mal sehen.

Ausgestattet mit Helm, Eispickel, Steigeisen und Bergstiefeln fahren wir gegen 8.00 Uhr an den Fuß des Gipfels. Das erste Stück kraxeln wir flott bis zum Schilift. Dort wird es dann ernst, Steigeisen werden angeschnallt und Eispickel geschultert. 30 Minuten Stapfen, 10 Minuten Pause. Die Eiskruste knirscht unter den Füßen und im Rücken leuchtet das Tal in der Morgensonne. So schaffen wir uns langsam den Gipfel hoch. Kurz vor dem steilsten Stück brechen einige entkräftet ab. Wir laufen weiter. Schritt, Schritt, Eispickel in die Wand und wieder von vorne. Nach viereinhalb Stunden haben wir es geschafft und stehen am rauchenden, widerlich stinkenden Krater. Geniale Aussicht in alle Himmelsrichtungen: Nachbarvulkane, Seenland im Tal, stahlblauer Himmel. Der Wind frischt etwas auf und nach einer halben Stunde rufen die Guides zum Aufbruch.

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Runter ist’s fast noch anstrengender als nach oben. Dank Steigeisen und Eispickel, die sich in die Eiskruste graben, fällt keiner vom Berg und nach weiteren zweieinhalb Stunden sind wir wieder an der Bodenstation. Abends belohnen wir uns mit mehreren Runden Bier und einem riesigen Haufen von Pommes überbacken mit Chilisoße. Mmmmmmh – das haben wir uns auch verdient.

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2 Gedanken zu „Feuer, Eis und ganz viel Bier

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