Rohstoffreiches Chile

Um 6:30 Uhr werden wir abgeholt. Die lange Fahrt in Richtung Salzwüste führt uns durch schöne, karge Landschaften. Unterwegs stoppen wir, um einen Abschnitt des berühmten Inkatrails zu besichtigen: Über diese Pfade sind die Inka aus den verschiedenen Teilen ihres Reiches ins religiöse Zentrum Cusco gepilgert. Kurz später gibt es Frühstück in einem kleinen Dörfchen. Danach geht es weiter in Richtung der beiden Lagunen Miscanti und Miñique. Letztere kann derzeit leider nicht besichtigt werden, da der Weg dorthin zugeschneit und vereist ist. Als Beweis dient ein steckengebliebener Jeep. Der Marsch vom Parkplatz zur Lagune erweist sich als sehr anstrengend: Die Luft auf 4000 Metern Höhe ist ungewöhnlich dünn. Die Lagune ist umringt von fünf Vulkanen. Der für die Jahreszeit ungewöhnlich Schnee und die am Uferrand grasenden Vicuñas runden das Bild ab.

lagune-miscanti

Anschließend fahren wir weiter zum Salar de Atacama: Der größte Salzsee Chiles, der eine Tiefe von bis zu 1,7 km erreicht. Über- und unterirdische Zuflüsse tragen das Salz ein, durch die hohe Verdunstungsrate bildet sich eine Kruste. An wenigen Stellen sammelt sich Wasser an der Oberfläche. Auf diese Art ist auch die Lagune Chaxa entstanden, die in der Mitte des Salars liegt und die wir besuchen. Dort tut sich eine bizarre Welt auf: Die Salzkruste ist weiß-gräulich und sehr grob, das Wasser der Lagune reflektiert aufgrund des hohen Salzgehaltes sehr gut, so dass sich die gesamte Umgebung einschließlich der rosa Flamingos darin spiegelt. Kleine Krebse färben das Wasser stellenweise rosarot. Gebunden in der Salzkruste sind unter anderem Lithium, Kalium, Magnesium und Bor. Etwa ein Drittel der weltweit geförderten Menge an Lithium kommen aus dem Salar. Durch kleine Dörfchen geht es am Mittag zurück nach San Pedro.

salzkruste vier-flamingos flamingo-fliegt

Für den kommenden Tag haben wir uns die Kupferminen bei Calama vorgenommen. Dabei handelt es sich um eine der größten offenen Kupferminen der Welt. Bob der Baumeister hätte seine Freude an diesem gigantischen Bauvorhaben. Vier Kilometer lang ist das große Loch in der Erde, über einen Kilometer reicht es in die Tiefe. Das verrückte daran: Lediglich am tiefsten Punkt ist kupferhaltiges Gestein zu finden, die Flanken des überdimensionalen Trichters sind wertlos. Und selbst darin ist nur ein Prozent Kupfer enthalten.

loch baggern abraum

Rund um die Uhr tragen riesige Bagger das Erdreich ab und unglaublich große Lastwagen transportieren den Abraum aus der Mine und schütten im Umland unbeschreiblich große Berge auf. Die Größe der Fahrzeuge lässt sich erst im Vergleich mit herkömmlichen Autos erahnen. Einige Tage zuvor hatten wir bereits die übergroßen Reifen der Kipplaster auf einem Sattelschlepper bewundert. Kostenpunkt: 40.000 USD pro Reifen, Reifenwechsel alle 8 Monate. Einen weiteren Superlativ stellt der Wasserverbrauch des aufwändigen Kupfergewinnungsprozesses dar: 12.000 Liter Wasser pro Sekunde werden benötigt, 9.000 können wiederverwendet werde. Es fallen also 3.000 Liter kontaminiertes Abwasser pro Sekunde an. Wohin das verschwindet sagt man uns nicht. Der größte Teil des Kupfers wandert übrigens nach Asien in die Schmieden der Elektroindustrie. Laut Betreiber kann man noch weitere 50 Jahre fördern, bevor die Ressourcen versiegen.

großer-laster kleines-auto reifen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s