Wieder in Guatemala

Wieder zurück in Guatemala haben wir uns die beiden Orte Lívingston und Río Dulce vorgenommen. Ersteres ist ein sehr entspanntes, kleines Garífuna-Küstenstädtchen. Viel zu tun gibt es dort nicht: Man kann einen siebenstufigen Wasserfall besuchen, zum Strand gehen, oder den Fluss Río Dulce entlang zum gleichnamigen Ort fahren. Wir haben zunächst den Wasserfall besucht. Ein Guide (der am Vorabend unser Kellner war) hat uns für 75 Quetzal pro Person (7,50 Euro) den Weg gezeigt. Auf den Führer kann man getrost verzichten: Er ist nicht besonders gesprächig ist und wenn man einfach nur zwei Stunden den vermüllten Strand entlang läuft kommt man automatisch ans Ziel. Belohnt wird man mit schönen Eindrücken und einer netten Abkühlung. Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine ‘Seekuh’ gesehen, die, verfolgt von zwei Cowboys, den Weg zum Schlachter im Meer zurückgelegt hat.

muell strahlen wasserfall kuh

Mit dem Boot ging’s am nächsten Tag nach Río Dulce, wo wir bei netten Schweizern im Sumpf übernachtet haben. Anschließend sind wir mit einen kurzen Zwischenstopp in Honduras (San Pedro Sula) nach Nicaragua gefahren.

riodulce terrasse

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In der Nussschale über die Grenze

Wir haben beschlossen, unsere Reisegeschwindigkeit ein wenig zu erhöhen, und da es im Hippie-Dorf Hopkins (Belize) ja sowieso nur regnete, von Sandflies wimmelte und die New Yorkerin, bei der wir untergekommen waren, ein bisschen verrückt, von früheren Drogenexperimenten gezeichnet und im Rede-Flash gefangen war, sind wir nach zwei Tagen weiter. Auf der Busfahrt nach Punta Gorda (PG) am Südzipfel Belizes erfuhren wir vom Ticketverkäufer, dass täglich Boote zwischen PG und Lívingston (Guatemala) verkehren. Umso besser, dachten wir uns, dann fahren wir doch gleich zurück in unser bisheriges Lieblingsland.

In PG angekommen sind wir direkt zur Emigratiosstelle gelaufen und haben unterwegs praktischerweise den Menschen im ‘mobile Office’ (sein gammeliger PKW) getroffen, der die Tickets für die Überfahrt nach Guatemala verkaufen konnte. Leider hatten wir nicht mehr genug Dollar für die Ausreisegebühr und das Boot sollte in 30 min ablegen. Ok, 29 min Zeit für Bankomat, Emigration und Ticketkauf – hört sich knapp an, war aber mit dickem Zeitpuffer machbar. Das Bild zeigt übrigens unsere Nussschale und ich musste grade nießen und schreie nicht etwa den ersten Offizier an…

überfahrt-nach-guatemala

Eine knappe Stunde später sind wir bei besserem Wetter in Lívingston angekommen, ordnungsgemäß immigriert und gönnen uns ein Bierchen.

Rebellenbasis auf Yavin 4 …

yavin4 

… oder auch Tikal ist unsre vorerst letzte Station in Guatemala. Die Ruinen sind mitten im Dschungel gelegen, so dass man neben geschichtsträchtigen Bauwerken auch ‘wilde Tiere und so’ sehen kann.

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Des einen Leid ist des anderen Freu(n)d, oder wie es so schön heißt….

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Mir (Jacqueline) hatten es eher die Bäume angetan.

Antigua Guatemala

Eine der schönsten, allerdings auch touristischsten Städte ist die alte Hauptstadt Antigua Guatemala. Bei dem hiesigen Transportmittel, den sogenannten Chickenbussen (siehe Bild) handelt es sich um aufgebretzelte alte Schulbusse aus den USA. Sie sind sind üblicherweise gnadenlos überladen, sowohl mit Passagieren als auch mit Gepäck. Auf dem Weg nach Antigua war der Bus glücklicherweise ‘normal’ gefüllt (max. 6 Leute in einer 4er-Reihe) und hat uns in moderater Geschwindigkeit ans Ziel gebracht (keiner der Fahrgäste hat sich diesmal hektisch bekreuzigt).

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Nachdem die ehemalige Hauptstadt mehrfach von Erdbeben heimgesucht und zerstört wurde hat man sie einfach aufgegeben und eine neue Hauptstadt gegründet. Erst in den letzten Jahrzenten ist das Interesse an Antigua wieder gewachsen. Heute besteht die Stadt fast ausschließlich aus Kaffees, Hotels, und Restaurants. Zudem ist sie gespickt mit unzähligen Kirchenruinen.

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In der Nähe des Stadtkerns bezahlt man teils übereuropäische Preise (Stück Kuchen 3,50 €…) Zu verdanken hat man das wohl größtenteils der großzügigen Konsummentalität der Amerikaner.

Nacho-Vulkan (links) und Schoko-Banane (rechts, DER Hit bei Guatemalteken) waren dann doch erschwinglich und lecker zugleich…

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Weihnachten in der Posada

Die ersten beiden Wochen in Xela haben wir in der Posada San Andres gelebt. Besonders gut lässt es sich dort im sonnigen Innenhof beim Schwätzchen mit den Mitbewohnern aushalten.

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Und weil es uns dort so gut gefallen hat und die Leute so nett waren, sind wir für’s Weihnachtsfest vom Lago de Atitlán zurück nach Xela gefahren. Zusammen mit Alicia, Edel, Luna, Lynn, Marc, Rebecca und Richard haben wir ein köstliches Festmahl zubereitet. Zum amerikanisch gegrillten Huhn gab’s ‘German’ Köstlichkeiten wie Rotkraut, Kartoffelbrei und Glühwein. Gegen die Kälte half ein kleines Feuer.

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Am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde weitergeschlemmt, diesmal unter koreanisch-irischer Regie. Als Vorspeise gab’s Fisch- und Möhrensuppe. Als Hauptgang folgten leckerer Schinken mit Kartoffelbrei, Knoblauch-Käse-Kartoffeln, Brokkoli, Möhren und Wein-Soße.

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In diesem Sinne: Feliz Navidad!

Der Tanz auf deeeeem Vulkan

Seit zwei Wochen sind wir nun in Quetzaltenango (Xela), der zweitgrößten Stadt Guatemalas, welche auf einer Höhe von über 2200 m liegt. Xela ist umgeben von Vulkanen, so dass man sich die Zeit bestens mit Wanderungen vertreiben kann. Anschließend kann man die müden Beine in heißen Quellen entspannen.

Eine weitere Spezialität Xelas sind Sprachschulen. Hier kann man in unendlich vielen Sprachschulen für wenig Geld seine Spanischkenntnisse aufpolieren: Für unter hundert Euro bekommt man 25 Stunden Einzelunterricht pro Woche. Genau damit haben wir unsere erste Woche verbracht: Morgens haben wir in der Sprachschule Utatlán gebüffelt und nachmittags mit den anderen Schülern Ausflüge ins Umland gemacht und Land, Leute und Heilige kennengelernt: An den Wochenenden haben wir zwei Vulkane bezwungen: Santa María und Cerro Quemado. Der ‘Ausflug’ zum erstgenannten war eine echte Tortur: Aufstieg von etwa 2300 Meter auf 3772 Meter in 4,5 Stunden. Der Abstieg dauerte etwas über 3 Stunden und dank des auftauenden, matschigen Bodens war er anstrengender als der Aufstieg (sagt Daniel). Die Anstrengung hat sich allerdings gelohnt, wie die Bilder zeigen:

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Statt Gipfelkreuz haben wir einen Ziegenkopf vorgefunden und von der Rückseite aus konnten wir den aktiven Vulkan Santiaguito beim Dampf Ausstoßen beobachten. Appetit auf ‘unseren’ zweiten Vulkan konnten wir uns auf Santa Marías Gipfel auch holen:

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Der Weg auf den ca. 3100 Meter hohen Cerro Quemado war äußerst kurzweilig und wesentlich einfacher zu meistern als bei Santa María: duftende Kräuterwiesen, Urwald, Gemüsefelder und zerklüftete Felshänge wechselten sich ab.

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Belohnt wurden wir am Ende mit einer grandiosen Aussicht bis hin zu den guatemaltekischen Andenausläufern und dem höchsten Berg Mittelamerikas, dem Vulkan Tajumulco (links im Bild).

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